Dass sich die Feuerwehr Bergham etabliert hatte, wurde fünf Jahre nach der Gründung am 24. Juni 1910 mit der ersten Fahnenweihe bewiesen. 19 Feuerwehren und Vereine beteiligten sich als Festgäste. Die Fahne wurde in der Pfarrkirche in Nittenau geweiht. Der Festakt und das damit verbundene Konzert folgten im Gasthaus Aumüller in Bergham. Festdamen waren Eva Hochmuth, Dina Deglmann und Dina Lauterbach.

 

Auf der Fotografie der Fahnenweihe ist auch die Fahne zu sehen, welche rechtzeitig zum 100-jährigen Gründungsfest restauriert und der ursprünglichen Zustand wieder hergestellt wurde.

Einer der Höhepunkte in der Geschichte der Wehr war am 26. Juni 1955 das 50-jährige Gründungsfest mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne. Die Kasse hatte wieder mal Finanznot, so dass ein weiteres Mal Franz Zimmerer eine Vorfinanzierung in Höhe von 1000 DM leistete und seine Frau Betty Zimmerer ein Trauerband für die Fahne stiftete. Fahnenmutter des Festes war

Hedwig Eichinger.

Rechts im Bild ist das erste Fahrzeug, der legendäre „Phänomen“, der Feuerwehr Bergham zu sehen. Dieses Fahrzeug stammte aus Kriegsbeständen und wurde ein Jahr vor dem Gründungsfest für 1400 DM von der Feuerwehr Bergham angeschafft.

 

Die neue Fahne ließ man im "damals noch" niederbayerischen Schierling anfertigen, wo sie auch kurz vor dem 100-jährigen Gründungsfest restauriert wurde. Auch bei dieser Fahne wurde die Spitze neu aufgerichtet und die original Fahnenstange verwendet.

Im Jahr 1980 wurde mit einem viertägigen Festprogramm und der Weihe einer neuen Fahne mit einem großen Fest das 75-jährige Gründungsjubiläum gefeiert. Die Festdamen führten Fahnenmutter Rosa Weber und Fahnenbraut Rosemarie Bollwein an. Wie der Schirmherr und 1. Bürgermeister Julius Schmatz in seiner Festansprache ausführte, sei die Freiwillige Feuerwehr Bergham ein Garant dafür, dass die frühere Selbständigkeit der Gemeinde Bergham noch einen gewissen Ausdruck findet. Auch persönlich fühlte er sich der Jubelwehr verbunden, sei doch sein Großvater 25 Jahre (von 1910 bis 1935)

1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Bergham gewesen. Als gelungen bezeichnete er die vom damaligen Konrektor Hans Beiderbeck zusammengestellte Festschrift.

Nach der Jahrtausendwende richtete man den Blick auf das 2005 bevorstehende 100-jährige Gründungsfest. Unter Führung des Festleiters Karl-Heinz Stich wurde im Jahre 2003 ein Festausschuss bestimmt, der die organisatorischen Vorbereitungen übernahm. Um auch die Vereinsgeschichte aufleben zu lassen beschloss man, die alten Vereinsfahnen aus den Jahren 1910 und 1955 zu erneuern. Diese zwischenzeitlich in 2004 restaurierten Fahnen sollen als ein Stück greifbarer Vereinsgeschichte beim Fest allen Mitgliedern in neuem Glanz vor Augen geführt werden.

Am 5. September 2003 zog dann eine Abordnung der FF Bergham zu einer der ersten Amtshandlungen, welche das Gründungsfest betreffen, in den Ulmenweg. Auf einem Holzscheit kniend sprachen sie bei Brigitte Storbeck geb. Hochmuth mit der Bitte

 

Unsere Gründungsfeste angefangen 1910 zum 5-jährigen Bestehen

 

Dazu die Fahne von 1910, die 2004 restauriert wurde

 

Das 50-jährige Fest 1955

 

Auch zu diesem Fest gab es eine Fahne, die ebenfalls 2004 restauriert wurde

 

1980 wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert

 

Hier die letzte Fahne, die uns heute zu jedem Fest begleitet

 

2005 fand unser bisher größtes Fest zum 100-jährigen Bestehen statt

um Übernahme des Ehrenamtes der Festmutter vor. Nachdem diese bereits als Festdame beim 75jährigen Gründungsfest mitgemacht hatte, kam sie der Bitte gerne nach und erlöste die Führungsspitze von ihren Qualen.

Um die Festmutter bei der Leitung der hübschen Festdamen zu unterstützen, war der nächste Gang am 11. Juni 2004 zur aktiven und attraktiven Feuerwehrlerin Elisabeth Zierer. Auch diese konnte dem Flehen der Abordnung nicht widerstehen und übernahm das ihr angetragene Amt als Festbraut.

Das Schirmherrnbitten bei Bürgermeister Karl Bley am 15. September 2004 war ein weiterer Meilenstein zum Gründungsfest. Gekonnt trugen der Festleiter und der 1. Vorstand in Textform ihr Anliegen vor, das zum Schluss in der Bitte gipfelte "Wuist unser Schirmherr sei in unserer

Mitt ’n", was der Geehrte gekonnt mit den Worten annahm "Ja, ich will Euer Schirmherr sein und jetzt kommt in meine Stube rein".

Tags darauf beim Ehrenschirmherrenbitten wiesen die „Antragsteller“ auf die Verdienste von Mitglied Georg Bock um die Feuerwehr Bergham hin und dass man aufgrund dieser Verbundenheit stolz wäre, ihn als Ehrenschirmherrn zu haben. Dieser gab mit dem Wunsch zu einem guten Gelingen des Festes der Bitte statt.

Mit einer großen Abordnung ging es dann am 1. Oktober 2004 zum Gerätehaus der FF Nittenau. Unter Leitung des 1. Vorstandes Helmut Fleischmann und der Festmutter Brigitte Storbeck, trug die Führungsspitze der FF Bergham ihre Bitte nach Übernahme der Patenschaft für das Fest vor. Nach Bestehen der kurzen Spritzübung mit einer Kübelspritze durch Festmutter und Festleiter stimmte der 1. Vorstand der FF Nittenau Josef Seebauer der Bitte zu. Mit dem Patenschaftskuppeln der Kommandanten Franz Schuierer und Jürgen Kuprat, unterstützt von den Vorständen Helmut Fleischmann und Josef Seebauer und einem ordentlichen Schluck kühlen Bieres, wurde die Patenschaft eindrucksvoll besiegelt.

Selbstverständlich musste auch noch vor dem großen Fest das Bier, welches zum Ausschank kam auf Herz, Nieren und Leber getestet werden.

Braumeister Josef Jakob vom Brauhaus Nittenau stellte hierfür eine Kostprobe zur Verfügung, mit dem auf ein gutes Gelingen des Gründungsfestes angestoßen wurde. Wie man zu etwas späterer Stunde erkennen konnte, mundete der gute Tropfen allen bestens.

Mit dem Kommersabend, der zwei Wochen vor dem Jubiläum in der Hotelgaststätte Pirzer in Nittenau stattfand, wurden dann endlich die Festtage eingeläutet. In einem voll besetzten Saal wurde in Anwesenheit vieler Ehrengäste auf die 100-jährige Geschichte der FFW Bergham zurückgeblickt. Vom ehemaligen Schriftführer Karl-Wolfgang Brunner und Karl-Heinz Stich, wurden kleine Anekdoten zum Besten gegeben.

K.-W. Brunner der u.a. mit Hubert Süß maßgeblich an der Festschrift zum Jubiläum beteiligt war, konnte für diese Geschichten einige unserer älteren Kameraden für ein paar Interviews gewinnen und so diese heiteren und auch ernsten Tatsachenberichte festhalten und zu Papier bringen. Diese interessanten Ereignisse können in der Festschrift nachgelesen werden.

Im Verlauf des Kommersabends wurden selbstverständlich auch einige unserer Mitglieder für langjährigen aktiven Dienst und auch andere Verdienste geehrt. Die Verleihung der Ehrenkreuze für 25- und 40-jährige Dienstzeit wurde von MdL Marianne Schieder, KBI Albert Krempl und Bürgermeister und Schirmherrn Karl Bley vorgenommen.

Eine Woche vor dem Festauftakt konnte man endlich voller Tatendrang zum Aufbau des Festzeltes schreiten. In aller Frühe wurde von vielen Helfern das Festzelt mit einer Gesamtlänge von 60 und einer Breite von 24 Metern in die Höhe gewuchtet. Der Festplatz wurde natürlich schon lange Zeit vorher ausgesucht und über die vergangenen zwei Jahre immer wieder beobachtet um einem evtl. sich ankündigenden Hochwasser noch kurzfristig auf einen Ersatz-Festplatz ausweichen zu können. Die Wiesen wurden jedoch von den Grundstückspächtern gut vorbereitet und so konnte das Festzelt termingerecht auf dem vorgesehenen Platz nahe dem Regenufer auf Berghamer Boden aufgestellt werden.

 

Am Abend dann wurde bei der Gockerlkirwa der Kleintierzüchter noch ein bisschen das erfolgreiche Errichten des Festzeltes gefeiert, und auch unser Bürgermeister und Schirmherr ließ sich nicht lumpen und spendierte den Helfern eine Runde Bier.